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CORPUS / Marlies Pillhofer (14.02.2010) www.corpusweb.net
EIN HELDENLIED VON LINDA SAMARAWEEROVÁ UND KARL KARNER IM TANZQUARTIER WIEN
Die Idee des mittelalterlichen Heldenliedes diente als Grundlage der neuen Arbeit von Linda Samaraweerová und Karl Karner „I think we will have a good time - Chanson de geste“. Zum einen besteht bei den sogenannten Chansons de geste eine Verbindungsebene zwischen dem „Inneren“, der menschlichen Seele, und dem „Äußeren”, der Geste hier im Sinne von bewusster Darstellung innerer Vorgänge. Diese Gesten gelten auch als Link zu religiös oder politisch konnotierten Gegenständen und bilden somit nicht nur die Abbildung eines Menschen als solches, sondern auch seine Verortung in seiner Gesellschaft.
CORPUS / Marlies Pillhofer (14.02.2010) www.corpusweb.net
EIN HELDENLIED VON LINDA SAMARAWEEROVÁ UND KARL KARNER IM TANZQUARTIER WIEN
Die Idee des mittelalterlichen Heldenliedes diente als Grundlage der neuen Arbeit von Linda Samaraweerová und Karl Karner „I think we will have a good time - Chanson de geste“. Zum einen besteht bei den sogenannten Chansons de geste eine Verbindungsebene zwischen dem „Inneren“, der menschlichen Seele, und dem „Äußeren”, der Geste hier im Sinne von bewusster Darstellung innerer Vorgänge. Diese Gesten gelten auch als Link zu religiös oder politisch konnotierten Gegenständen und bilden somit nicht nur die Abbildung eines Menschen als solches, sondern auch seine Verortung in seiner Gesellschaft.
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Im Hof des verschneiten Wiener Museumsquartiers baut Valentin Ruhry frierend ein Schlagzeug auf. Es ist Nacht, und der Kontrast zur Sommerzeit ist so sichtbar wie sonst nie, in diesem Moment, in dem niemand durchs Museumsquartier streunt, sich dort keine Gruppen feiernder junger Menschen treffen und kein Weekend-DJ den Hof beschallt. Langsam beginnt Ruhry zu spielen. Der Klang erfüllt das historische Umfeld mit einem Hauch von vermisstem Leben, der umgehend durch die lokale Sicherheitsinstanz im Keim erstickt wird. Anwesendes Publikum interveniert und feiert seinen Helden, als er der Kälte trotzend die Sticks wieder in die Hand nimmt und weiterspielt. Die Idee des mittelalterlichen Heldenliedes diente als Grundlage der neuen Arbeit von Linda Samaraweerová und Karl Karner „I think we will have a good time - Chanson de geste“. Zum einen besteht bei den sogenannten Chansons de geste eine Verbindungsebene zwischen dem „Inneren“, der menschlichen Seele, und dem „Äußeren”, der Geste hier im Sinne von bewusster Darstellung innerer Vorgänge. Diese Gesten gelten auch als Link zu religiös oder politisch konnotierten Gegenständen und bilden somit nicht nur die Abbildung eines Menschen als solches, sondern auch seine Verortung in seiner Gesellschaft. Die Gesellschaft, die sich zur Uraufführung von „I think we will have a good time - Chanson de geste“ im Tanzquartier Wien eingefunden hat, trifft im Theaterraum auf ein bewohntes Bühnenbild. Die Schauspielerin Lena Wicke-Aengenheste und der Künstler-Performer Karl Karner beobachten das eintreffende Publikum, das sich auf zwei gegenüberliegende Tribünen verteilt und so in eine mit den beiden Performern vergleichbare Position gesetzt wird. Wer teilt mit ihnen diesen Raum und diese Zeit? Welche Absichten verfolgt eine Aufführung oder besser: eine Vorstellung, als Bewusstsein um die Künstlichkeit des Geschaffenen? Ohne Wasser kein formbarer Ton In der Fortführung des Interesses von Samaraweerová und Karner am „öffentlichen Körper“, an einer Auseinandersetzung mit der Korrelation zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, wenden sie sich mit „I think we will have a good time“ auch zu einer neuen Ausdrucksform hinsichtlich der Verwendung von Materialien hin. An Stelle des aus vergangenen Projekten bekannten Schnabelwesens, einer Figur aus Latex, das sich wie eine zweite Haut über Kopf und Oberkörper schmiegte, tritt die Maske aus frischem Ton. Als formbares Material eröffnet der Ton einen Möglichkeitsraum - greifbar und doch vage in dem, was mit ihm dargestellt wird. Der Akt der Verformung wird zur Geste des Verschwindens, ähnlich wie Samaraweerova, an eine Galionsfigur erinnernd, ihren Oberkörper auf ein Rohr stützt, nur um umgehend wieder aus dieser Pose herauszutreten. Sollte diese Figure einst darüber wachen, dass ihr Schiff seinen richtigen Kurs behielt, so gerät sie hier in eine zwiespältige Situation: Die Geste ist durch ihren Ausführenden wie durch ihren Empfänger in ihrem Wirkungsraum eingeschränkt, und so steht Samaraweerowás Pose in diesem Moment für den unmöglichen Versuch, das Unglück der fehlgeleiteten Kommunikation vermeiden zu wollen. Das von Karl Karner gestaltete Bühnenbild gleicht einem Schlachtfeld auf dem Kinderspielplatz. Ein großer Berg als Objekt aus Ton am einen und ein Schwimmbecken am gegenüberliegenden Rand der Bühne bilden zwei oszillierende Pole. Ohne Wasser kein Ton, ohne Ton keine Notwendigkeit für Wasser. Dazwischen erobern sich die Performer Karl Karner, Sabile Rasiti, Valentin Ruhry, Linda Samaraweerová und Lena Wicke- Aengenheste gemeinsam mit vier Gästen Räume für Momentaufnahmen. Wenn Karner selbst sich einen Block Ton über das Gesicht legt und beginnt, darauf Grimassen zu schnitzen, postuliert er damit ein zweites Ich. Ein Ich, das in dieser Form mit einer fiesen Fratze ins Publikum grinst und doch an eine Maske erinnert, die dem Träger für den Moment mit einer neuen Identität überlädt. Doch ist das nur Schein, einmal abgenommen, fällt sie wie ein Stein zu Boden und wird wieder zu einem Teil des beinahe organisch anmutenden Tonobjektes. Es ist ein Kreislauf, dem der Verlauf des Abends entgegenzuwirken scheint, gegen den er fast anzukämpfen versucht. Das anfängliche Austesten vonMöglichkeiten wird zu einem Sichdistanzieren. Hier wird Ton zum „partner in crime“. Er verliert seinen Hilfsmittel-Charakter und wird zum gleichberechtigten Performer auf der Bühne.
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DER STANDARD / Helmut Ploebst (Print-Ausgabe, 25.02.2010) derStandard.at
Das neueste Stück I think we have a good time - Chanson de geste der Choreografin Linda Samaraweerová und des bildenden Künstlers Karl Karner, das nun im Tanzquartier uraufgeführt worden ist, strotzt vor Schlüsselszenen. Es geht schließlich auch um die kulturelle Schlüsselfigur des Helden. Ein Chanson de geste ist die französische Variante des mittelalterlichen Heldenliedes, wobei dem Begriff "geste" hier die Bedeutung von "Tat" zukommt...
DER STANDARD / Helmut Ploebst (Print-Ausgabe, 25.02.2010) derStandard.at
GARTEN DER HEROISCHEN LÜSTE
"I think we have a good time - Chanson de geste" von Linda Samaraweerová und Karl Karner / Tanzquartier
"I think we have a good time - Chanson de geste" von Linda Samaraweerová und Karl Karner / Tanzquartier
Das neueste Stück I think we have a good time - Chanson de geste der Choreografin Linda Samaraweerová und des bildenden Künstlers Karl Karner, das nun im Tanzquartier uraufgeführt worden ist, strotzt vor Schlüsselszenen. Es geht schließlich auch um die kulturelle Schlüsselfigur des Helden. Ein Chanson de geste ist die französische Variante des mittelalterlichen Heldenliedes, wobei dem Begriff "geste" hier die Bedeutung von "Tat" zukommt...
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Wien - Ein einsamer Drummer friert vor den Toren zur Halle G. "Ja", erhitzt sich eine Schauspielerin drinnen im Warmen, während sie aus einem Tonbatzen ein spitzes Etwas knetet, "das ist das Archiv von Köln, das beim Bau der U-Bahn eingestürzt ist, nicht der schiefe Turm von Pisa, der nicht eingestürzt ist." Mit aufgerissenem Mund verschlingt eine Tänzerin ein Plastikvöglein, das auf ein Kamerastativ montiert ist:
Das neueste Stück I think we have a good time - Chanson de geste der Choreografin Linda Samaraweerová und des bildenden Künstlers Karl Karner, das nun im Tanzquartier uraufgeführt worden ist, strotzt vor Schlüsselszenen. Es geht schließlich auch um die kulturelle Schlüsselfigur des Helden. Ein Chanson de geste ist die französische Variante des mittelalterlichen Heldenliedes, wobei dem Begriff "geste" hier die Bedeutung von "Tat" zukommt.
Die heute ambivalent gewordene Aura der Heldentat leitete Samaraweerová und Karner zu einem komplexen Vexierspiel aus Tanz-, Theater-, Performance- und Installationselementen an. Aus jedem Moment wird das Modell eines Monuments geknetet, als Pose, als Worthülse, als Andeutung und meist als Umformung von medialem Bilderschrott. Pathos spielt in diesem großartigen Garten der heroischen Lüste eine ebenso große Rolle wie Dilettantismus und Überzeichnung, wobei das Lächerliche am Ende den Sieg davonträgt.
Wie bei der Lektüre eines Bildes von Hieronymus Bosch müssen die Betrachter auch hier mit Haut und Haar eintauchen, um den ganzen (Wahn-)Sinn des Dargestellten so richtig genießen zu können.
(Helmut Ploebst, DER STANDARD/Printausgabe, 25.02.2010)
Das neueste Stück I think we have a good time - Chanson de geste der Choreografin Linda Samaraweerová und des bildenden Künstlers Karl Karner, das nun im Tanzquartier uraufgeführt worden ist, strotzt vor Schlüsselszenen. Es geht schließlich auch um die kulturelle Schlüsselfigur des Helden. Ein Chanson de geste ist die französische Variante des mittelalterlichen Heldenliedes, wobei dem Begriff "geste" hier die Bedeutung von "Tat" zukommt.
Die heute ambivalent gewordene Aura der Heldentat leitete Samaraweerová und Karner zu einem komplexen Vexierspiel aus Tanz-, Theater-, Performance- und Installationselementen an. Aus jedem Moment wird das Modell eines Monuments geknetet, als Pose, als Worthülse, als Andeutung und meist als Umformung von medialem Bilderschrott. Pathos spielt in diesem großartigen Garten der heroischen Lüste eine ebenso große Rolle wie Dilettantismus und Überzeichnung, wobei das Lächerliche am Ende den Sieg davonträgt.
Wie bei der Lektüre eines Bildes von Hieronymus Bosch müssen die Betrachter auch hier mit Haut und Haar eintauchen, um den ganzen (Wahn-)Sinn des Dargestellten so richtig genießen zu können.
(Helmut Ploebst, DER STANDARD/Printausgabe, 25.02.2010)
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KLEINE ZEITUNG / Regina Trummer (19.07.2008) kleinezeitung.at
TRAUMREISE IN DIE OSTSTEIRISCHE EXOTIK
...Die vom Bildhauer Karl Karner aus Raabau bei Feldbach und der Prager Choreographin Linda Samaraweerova konzipierte und umgesetzte Performance "Travel Delights", die im Rahmen der regionale08 in Feldbach gezeigt wird, spielt virtuos mit den Klischees internationaler Reisekataloge, lässt aber auch hastige Monologe über die Vorteile selbst zusammengeschraubter Berge und die besondere Bedeutung eines Siegespokals vom Stapel...
KLEINE ZEITUNG / Regina Trummer (19.07.2008) kleinezeitung.at
TRAUMREISE IN DIE OSTSTEIRISCHE EXOTIK
...Die vom Bildhauer Karl Karner aus Raabau bei Feldbach und der Prager Choreographin Linda Samaraweerova konzipierte und umgesetzte Performance "Travel Delights", die im Rahmen der regionale08 in Feldbach gezeigt wird, spielt virtuos mit den Klischees internationaler Reisekataloge, lässt aber auch hastige Monologe über die Vorteile selbst zusammengeschraubter Berge und die besondere Bedeutung eines Siegespokals vom Stapel...
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regionale08: Die Performance "Travel Delights" lässt ferne Ziele ganz nahe rücken.
Der exotische Wunderwelten verheißenden Singsang katapultiert den überraschten Reiseteilnehmer per Video in ein oststeirisches Wintermärchen voller bunter Architekturen. Der blondmähnigen Versuchung, die einladend mit den Hüften wippt und sich auf der Gummiente räkelt, will man die Einladung auch dann nicht abschlagen, wenn sie mit Maske zum Schnabeltier
mutiert und sehr direkte Aufforderungen zu Vergnügungen hinter dem pinken Schleiervorhang macht.
"Travel Delights". Die vom Bildhauer Karl Karner aus Raabau bei Feldbach und der Prager Choreographin Linda Samaraweerova konzipierte und umgesetzte
Performance "Travel Delights", die im Rahmen der regionale08 in Feldbach gezeigt wird, spielt virtuos mit den Klischees internationaler Reisekataloge, lässt aber auch hastige Monologe über die Vorteile selbst zusammengeschraubter Berge und die besondere Bedeutung eines Siegespokals vom Stapel. Scheinbare Gegensätze verschwimmen unter der Flut heißer Rhythmen bis Prinz und Prinzessin auf weißen Pferden ins Happy End gleiten.
Traumfabrik. "In unserem Projekt geht es um Traumfabrik und Mechanismen des Tourismus, egal in welchem Land. Die oststeirische Landschaft mit ihren vielen privaten Märchenschlössern hat uns inspiriert", setzen die beiden Künstler die Verfremdung als Mittel zur Erzeugung von Nähe ein. Eine Nähe, die das comicartige Schnabelwesen - seit einigen Jahren als "öffentlicher Körper" zum ständigen Begleiter aller ihrer Choreographien geworden - konterkariert. Samaraweerova: "Man schlüpft in eine andere Rolle und spielt damit, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält."
Die vom Publikum begeistert aufgenommene Traumreise wird am Sonntag, im Veranstaltungszentrum Feldbach (20 Uhr) noch einmal angetreten.
Text als: PDF
Der exotische Wunderwelten verheißenden Singsang katapultiert den überraschten Reiseteilnehmer per Video in ein oststeirisches Wintermärchen voller bunter Architekturen. Der blondmähnigen Versuchung, die einladend mit den Hüften wippt und sich auf der Gummiente räkelt, will man die Einladung auch dann nicht abschlagen, wenn sie mit Maske zum Schnabeltier
mutiert und sehr direkte Aufforderungen zu Vergnügungen hinter dem pinken Schleiervorhang macht.
"Travel Delights". Die vom Bildhauer Karl Karner aus Raabau bei Feldbach und der Prager Choreographin Linda Samaraweerova konzipierte und umgesetzte
Performance "Travel Delights", die im Rahmen der regionale08 in Feldbach gezeigt wird, spielt virtuos mit den Klischees internationaler Reisekataloge, lässt aber auch hastige Monologe über die Vorteile selbst zusammengeschraubter Berge und die besondere Bedeutung eines Siegespokals vom Stapel. Scheinbare Gegensätze verschwimmen unter der Flut heißer Rhythmen bis Prinz und Prinzessin auf weißen Pferden ins Happy End gleiten.
Traumfabrik. "In unserem Projekt geht es um Traumfabrik und Mechanismen des Tourismus, egal in welchem Land. Die oststeirische Landschaft mit ihren vielen privaten Märchenschlössern hat uns inspiriert", setzen die beiden Künstler die Verfremdung als Mittel zur Erzeugung von Nähe ein. Eine Nähe, die das comicartige Schnabelwesen - seit einigen Jahren als "öffentlicher Körper" zum ständigen Begleiter aller ihrer Choreographien geworden - konterkariert. Samaraweerova: "Man schlüpft in eine andere Rolle und spielt damit, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält."
Die vom Publikum begeistert aufgenommene Traumreise wird am Sonntag, im Veranstaltungszentrum Feldbach (20 Uhr) noch einmal angetreten.
Text als: PDF
SCHMELZENDE KATZE
KÜNSTLERPAARE BEIM FESTIVAL IMAGETANZ IM WIENER BRUT: "WE" und "Der öffentliche Körper: karl karner gestorben am..."
Das Aushebeln von Logiken und das Sichtbarmachen verborgener Ansprüche liegt den Künstlerpaaren sichtlich, die Kooperation zwischen Choreografin und bildendem Künstler erweist sich als Erfolgsrezept.
KÜNSTLERPAARE BEIM FESTIVAL IMAGETANZ IM WIENER BRUT: "WE" und "Der öffentliche Körper: karl karner gestorben am..."
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Wien - Paarbildungen sind in den Autorenkonstellationen der zeitgenössischen Choreografie keine Seltenheit. Und zuweilen funktionieren sie gut wie etwa deufert + plischke oder Emio Greco mit Pieter C. Scholten. Das Festival imagetanz im Wiener brut zeigte nun außergewöhnlich gelungene Arbeiten österreichischer Künstlerpaare: WE von Amanda Piña & Daniel Zimmermann
und Der öffentliche Körper: karl karner gestorben am ... von Linda Samaraweerová & Karl Karner.
Piña/Zimmermann übertragen das Gruppenbild ihres auf der Zuschauertribüne sitzenden Publikums live auf eine Leinwand. In diesen virtuellen Spiegel setzen die Künstler comichafte Gedankenblasen wie: "Wow, schau ich toll aus heute. "und "Did I turn off my phone?" Eine Person bedauert angesichts dessen, was sich hier darbietet: "Oh nein, wenn ich das gewusst hätte ..." Alles Gedanken, die Zuschauern kommen können, während sie im Theater sitzen. Mit Witz, Menschenkenntnis und gekonnter Dramaturgie gerät WE zu einem Fest des Wiedererkennens, der Identifikation mit dem eigenen Spiegelbild und des Vergnügens an der Rollenzuweisung.
Karner/Samaraweerová bringen ihre von früher bekannte Donald-Duck-Abwandlung in ein Spiel über die Pataphysik der Performance. Ein Apparat aus Schläuchen und Föns, die eine Wachskatze aufschmelzen, eine an Seilen hängende Frau, ein Laser-Vermessgerät, ein raffinierter Score aus Musik und ironischen Körperszenen. All dies in einer Installation mit einem sinnleeren
Ritualplatz - das lässt Raum für Spekulationen. Auch da fragen Sprechblasen: "Welche Farbe nimmt ein Schlumpf an, wenn man ihn würgt?"
Das Aushebeln von Logiken und das Sichtbarmachen verborgener Ansprüche
liegt den Künstlerpaaren sichtlich, die Kooperation zwischen Choreografin und
bildendem Künstler erweist sich als Erfolgsrezept.
und Der öffentliche Körper: karl karner gestorben am ... von Linda Samaraweerová & Karl Karner.
Piña/Zimmermann übertragen das Gruppenbild ihres auf der Zuschauertribüne sitzenden Publikums live auf eine Leinwand. In diesen virtuellen Spiegel setzen die Künstler comichafte Gedankenblasen wie: "Wow, schau ich toll aus heute. "und "Did I turn off my phone?" Eine Person bedauert angesichts dessen, was sich hier darbietet: "Oh nein, wenn ich das gewusst hätte ..." Alles Gedanken, die Zuschauern kommen können, während sie im Theater sitzen. Mit Witz, Menschenkenntnis und gekonnter Dramaturgie gerät WE zu einem Fest des Wiedererkennens, der Identifikation mit dem eigenen Spiegelbild und des Vergnügens an der Rollenzuweisung.
Karner/Samaraweerová bringen ihre von früher bekannte Donald-Duck-Abwandlung in ein Spiel über die Pataphysik der Performance. Ein Apparat aus Schläuchen und Föns, die eine Wachskatze aufschmelzen, eine an Seilen hängende Frau, ein Laser-Vermessgerät, ein raffinierter Score aus Musik und ironischen Körperszenen. All dies in einer Installation mit einem sinnleeren
Ritualplatz - das lässt Raum für Spekulationen. Auch da fragen Sprechblasen: "Welche Farbe nimmt ein Schlumpf an, wenn man ihn würgt?"
Das Aushebeln von Logiken und das Sichtbarmachen verborgener Ansprüche
liegt den Künstlerpaaren sichtlich, die Kooperation zwischen Choreografin und
bildendem Künstler erweist sich als Erfolgsrezept.
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KORSO KULTUR ARTBox / Wenzel Mracek (Mai 2008) korso.at
EICHÖRNCHEN UND SCHNABELWESEN: Karl Karner, Linda Samaraweerová und "der öffentliche Körper"
..Die Weiterentwicklung der wie immer zu interpretierenden Erzählungen führte zur Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreografin Linda Samaraweerová. Seit drei Jahren bauen der Bildhauer und die Tänzerin ihr Projekt Der öffentliche Körper in Performances immer weiter aus...
-> der ganze Artikel: online / PDF
KORSO KULTUR ARTBox / Wenzel Mracek (Mai 2008) korso.at
EICHÖRNCHEN UND SCHNABELWESEN: Karl Karner, Linda Samaraweerová und "der öffentliche Körper"
..Die Weiterentwicklung der wie immer zu interpretierenden Erzählungen führte zur Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreografin Linda Samaraweerová. Seit drei Jahren bauen der Bildhauer und die Tänzerin ihr Projekt Der öffentliche Körper in Performances immer weiter aus...
-> der ganze Artikel: online / PDF
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CORPUS / 6.4.2008
LUZIFER, DER WARTENDE HUND
IMAGETANZ I: EIN GESPRÄCH ÜBER LINDA SAMARAWEEROVÁ & KARL KARNER, RADEK HEWELT UND MICHAEL O'CONNOR
Zunge: Wann ist Karl Karner gestorben?
Finger: Karner ist ein so vitaler Künstler, daß er gar nicht leben kann, ohne täglich wenigstens einmal zu sterben.
Schuh: Kann man sich die Sprache noch aussuchen?
Wirbelsäule: Hängt von dem Spiel ab, das du spielst.
Schuh: Na gut, dann so. Ich glaube, daß Karl Karner mit einem ganz bestimmten Tod tanzt. Nämlich mit dem, der dich ereilt, sobald du dich ans Licht der Öffentlichkeit stellst. In diesem Moment stirbt das ab, was du vorher warst. Das gibt hier ja auch der Stücktitel vor: „Der öffentliche Körper: karl karner, gestorben am...“.
-> der ganze Artikel: www.corpusweb.net
CORPUS / 6.4.2008
LUZIFER, DER WARTENDE HUND
IMAGETANZ I: EIN GESPRÄCH ÜBER LINDA SAMARAWEEROVÁ & KARL KARNER, RADEK HEWELT UND MICHAEL O'CONNOR
Zunge: Wann ist Karl Karner gestorben?
Finger: Karner ist ein so vitaler Künstler, daß er gar nicht leben kann, ohne täglich wenigstens einmal zu sterben.
Schuh: Kann man sich die Sprache noch aussuchen?
Wirbelsäule: Hängt von dem Spiel ab, das du spielst.
Schuh: Na gut, dann so. Ich glaube, daß Karl Karner mit einem ganz bestimmten Tod tanzt. Nämlich mit dem, der dich ereilt, sobald du dich ans Licht der Öffentlichkeit stellst. In diesem Moment stirbt das ab, was du vorher warst. Das gibt hier ja auch der Stücktitel vor: „Der öffentliche Körper: karl karner, gestorben am...“.
-> der ganze Artikel: www.corpusweb.net
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CORPUS / Judith Helmer (10.03.2007) www.corpusweb.net
KARNER / SAMARAWEEROVÁ: "KÖRPERLICHKEIT UND VIRTUOSITÄT" imagetanz 2007 in dietheater Künstlerhaus, Wien
...Es sind kleine, feine Beobachtungen, die auf das große Ganze zielen, ohne belehrend daherzukommen. Beeindruckend ist das Feingefühl, mit der die junge „P.A.R.T.S.“- Absolventin ihre performativen Mittel zu verwenden versteht. Videos auf der Leinwand oder dem TV-Bildschirm werden live und aufgezeichnet mit einer schlichten Virtuosität eingesetzt, die auch das Ineinanderweben der kurzen Szenen und Bilder und die Wahl der Musik auszeichnet...
CORPUS / Judith Helmer (10.03.2007) www.corpusweb.net
KARNER / SAMARAWEEROVÁ: "KÖRPERLICHKEIT UND VIRTUOSITÄT" imagetanz 2007 in dietheater Künstlerhaus, Wien
...Es sind kleine, feine Beobachtungen, die auf das große Ganze zielen, ohne belehrend daherzukommen. Beeindruckend ist das Feingefühl, mit der die junge „P.A.R.T.S.“- Absolventin ihre performativen Mittel zu verwenden versteht. Videos auf der Leinwand oder dem TV-Bildschirm werden live und aufgezeichnet mit einer schlichten Virtuosität eingesetzt, die auch das Ineinanderweben der kurzen Szenen und Bilder und die Wahl der Musik auszeichnet...
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„Der öffentliche Körper" ist das Gebilde, an dem sich der Bildhauer Karl Karner und die Choreografin Linda Samaraweerová in einem Langzeitprojekt seit zwei Jahren gemeinsam abarbeiten. Im Rahmen des Festivals imagetanz war nun eine sympathische, genau gearbeitete Szenencollage rund um das „Subthema" Virtuosität im Künstlerhaustheater zu sehen. Signalhaft dabei ist eine von Karner geschaffene, comichafte Schnabelmaske. Mit ihr über dem Kopf wird Samaraweerová zum entpersonalisierten, beliebigen und beispielhaften „öffentlichen" Körper. In der Trainingsanzug-Uniform der Jugendkultur verausgabt sie ihn durch exhaltierten Lauf, lässt ihn zu Disconummern tanzen oder verwendet ihn als punktgenau gesteuerten Motor eines Ballspiels, das Ursache und Wirkung nivelliert. Training und präzise Anleitung seien der Schlüssel zu diesem Erfolg, erklärt sie via Mikrophon vom Siegerpodest herunter und sammelt selbstbewusst aus einer Reihe von Pokalen die zwei größten und schönsten für sich heraus. Virtuosität setzt Öffentlichkeit voraus, lautet Samaraweerovás These, und spannend ist sie, weil sie „mehr über die Zeit, in der sie als solche anerkannt wird aussagt, als über die Art, wie sie beschaffen ist", wie es im Programmheft heißt. Die Choreografin spürt aber auch alltägliche Virtuosität auf, etwa in den Arbeitsabläufen eines Briefträgers: In Sportreportermanier mit den Spannungsbögen spielend, untermalt die Tänzerin Ondine Cloez mit exakten Gesten ihre Schilderung des Postaustragens. Es sind kleine, feine Beobachtungen, die auf das große Ganze zielen, ohne belehrend daherzukommen. Beeindruckend ist das Feingefühl, mit der die junge „P.A.R.T.S.“- Absolventin ihre performativen Mittel zu verwenden versteht. Videos auf der Leinwand oder dem TV-Bildschirm werden live und aufgezeichnet mit einer schlichten Virtuosität eingesetzt, die auch das Ineinanderweben der kurzen Szenen und Bilder und die Wahl der Musik auszeichnet. [juhe, 10.3.2007]
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DER STANDARD / Helmut Ploebst (19.09.2006) derStandard.at
DIE REISE EINER GUMMIENTE - Zwei Choreografien von Linda Samaraweerová im WUK
...Das Außergewöhnliche des spannenden Abends ist der Nachweis, dass die Absolventin der berühmten belgischen Schule P.A.R.T.S. sich gleichzeitig und gleichermaßen sicher sowohl der choreografischen Performance als auch der rein tänzerischen Bewegungskomposition bedient. Diese Verbindung von archetypischen Gegensätzen in der zeitgenössischen Choreografie macht Samaraweerová zu einer Schlüsselfigur des jüngsten österreichischen Gegenwartstanzes...
DER STANDARD / Helmut Ploebst (19.09.2006) derStandard.at
DIE REISE EINER GUMMIENTE - Zwei Choreografien von Linda Samaraweerová im WUK
...Das Außergewöhnliche des spannenden Abends ist der Nachweis, dass die Absolventin der berühmten belgischen Schule P.A.R.T.S. sich gleichzeitig und gleichermaßen sicher sowohl der choreografischen Performance als auch der rein tänzerischen Bewegungskomposition bedient. Diese Verbindung von archetypischen Gegensätzen in der zeitgenössischen Choreografie macht Samaraweerová zu einer Schlüsselfigur des jüngsten österreichischen Gegenwartstanzes...
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Wien – Eine Fahrt über eine winterliche Straße wird zum Besuch in einem rustikal möblierten Haus und endet mit einem Ritt einer Prinzessin und ihres Prinzen im Schnee. Dieser Teil der Video-Ebene von Travel Delights, der gerade im WUK laufenden jüngsten Uraufführung der in Prag geborenen Choreografin Linda Samaraweerová ist das virtuelle Hintergrundrauschen einer zauberhaften Reise. Es ist ein Trip durch Methoden des Erzählens und des Lesens in einer Ausweitung der Bühne zur Spielzone. Das Publikum kann zwischen drei verschiedenen Geschichten wählen. Es begegnet einer Figur, die sich gerne als Plastikente maskiert, einen Film zeigt, in dem eine Landschaft aus reiner bildender Kunst gebaut wird, einer Tänzerin im Tigermini, die sich mit Wegwerfkameras blitzen lässt. Das fabelhafte, zusammen mit dem Künstler Karl Karner konzipierte Solostück kommt im Doppelpack mit einem ganz und gar tänzerischen Quartett, Sekunden zur Auswahl, daher. Hier verstricken sich Körper und
Identitäten zu einer Abhandlung der Koexistenz von "siamesischen Kontrastzwillingen": virtuos, gewitzt und hochästhetisch, vor allem durch den Tanz von Samaraweerová selbst und Lea Capková. Das Außergewöhnliche des spannenden Abends ist der Nachweis, dass die Absolventin der berühmten belgischen Schule P.A.R.T.S. sich gleichzeitig und gleichermaßen sicher sowohl der choreografischen Performance als auch der rein tänzerischen Bewegungskomposition bedient. Diese Verbindung von archetypischen Gegensätzen in der zeitgenössischen Choreografie macht Samaraweerová zu einer Schlüsselfigur des jüngsten österreichischen Gegenwartstanzes.
Identitäten zu einer Abhandlung der Koexistenz von "siamesischen Kontrastzwillingen": virtuos, gewitzt und hochästhetisch, vor allem durch den Tanz von Samaraweerová selbst und Lea Capková. Das Außergewöhnliche des spannenden Abends ist der Nachweis, dass die Absolventin der berühmten belgischen Schule P.A.R.T.S. sich gleichzeitig und gleichermaßen sicher sowohl der choreografischen Performance als auch der rein tänzerischen Bewegungskomposition bedient. Diese Verbindung von archetypischen Gegensätzen in der zeitgenössischen Choreografie macht Samaraweerová zu einer Schlüsselfigur des jüngsten österreichischen Gegenwartstanzes.