• imagetanz, brut Wien 2008
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  • szene salzburg, 2008
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BRUNO BATINIC
Das von dem bildenden Künstler Karl Karner und der Choreografin Linda Samaraweerová gemeinsam konzipierte und entwickelte Stück „karl karner gestorben am…“ ist das jüngste Ergebnis ihres gemeinsamen Projektes „Der öffentliche Körper“ (seit 2005), bei dem sie Phänomene und Aspekte der Wahrnehmung und Existenz in der Öffentlichkeit in verschiedensten Produktions- und Rezeptionsformen thematisieren.
„karl karner gestorben am….“ ist wie alle bisherigen Stücke durch die angewandte Medienvielfalt formal ein kaum einordenbares Stück, das an seinem Publikum „interessiert“ ist: eine Welt dreht sich und der Zuschauer ist mitten drinnen, nicht im Geschehen direkt eingebunden aber mitgeführt und mitverführt. Der Titel des Stückes „karl karner gestorben am….“ ist kein Programm, sondern vielmehr eine offenkundige Irreführung (und erst dadurch das Programm) und insgeheim eine These, auf der das Stück aufbaut. Dem im Titel Nahegelegten wird mit keinem Wort und keiner Szenenabfolge nachgegangen, auch eine Feststellung diesbezüglich wird vom Zuschauer weder gefordert noch ihm ermöglicht, allein bietet sich hier der folgende Umkehrschluss an: der Tod ist mit allen seinen Verstrickungen relativ. Dabei wäre diese Behauptung bei „karl karner gestorben am…:“ vor allem deshalb haltbar, weil sie in ihrer Eigenheit jeden Absolutismus negiert, was einen der wesentlichsten Grundzüge des Stückes ausmacht: alles wird über Bord geworfen sobald es richtig zu funktionieren „droht“, jeder Entwicklung wird unangekündigt der Boden unter den Füßen entzogen oder eine völlig andere Richtung aufgestülpt. Diese Risse, die das Handeln, Denken und Träumen oder die Wirklichkeit, Manipulation und Fantasie des Performten/der Performer miteinander verbinden und gegeneinander ausspielen, verleiten zur allegemeinen Bestimmtheit der Unsicherheit in der Wahrnehmung des Dargebotenen… Die Welt dreht sich und wir sind mitten drinnen in einem dichten Verwirrspiel um Traum- und Scheinwelten, vorgelebte und/oder verworfene Lebensentwürfe oder in einem Stück über Kontrolle und Fantasie, bei dem das eine von dem anderen nicht zu unterscheiden oder zu trennen ist.